Der Ast auf dem wir sitzen

Ritz-Ratz,
Ritz-Ratz,
Wenn er fällt dann fallen wir.
Hunderttausend Jahre für die Katz.
Der Ast auf dem wir sitzen
Und wenn wir grad nicht sägen,
Dann beschießen wir ihn eben mit Haubitzen,
Fracken durch die Wurzeln,
Verseuchen das Land atomar ganz und gar,
Bis die Äste von ganz alleine purzeln.
Wir feiern Machthaber statt Liebhabern,
Wir produzieren Hasser,
Wir züchten Kunden statt Teilhabern,
Privatisieren Wasser.
Wir verbrennen Brücken vor uns
Und das Land auf dem wir leben,
Wir wachen auf und wollen uns die Kugel geben.
Aber wozu dann noch warten?
Unser Abgang wär ein Festtag für alle and’ren Arten.
Es wär wieder Gottes Garten.
Die gute Mutter Erde käme wieder in Balance
Und in paar Millionen Jahren hat der Nächste seine Chance.

Wir schreiben Messages beim Autofahren,
Töten tausend Tiere um nur eines zu bewahren,
Wir werden dümmer mit den Jahren
Statt mit dem Alter weiser
Wird das Ego immer größer und die Stimme der Vernunft wird immer leiser.
Wir machen halt was machbar ist,
Bauen Dinge die uns töten,
Ein Ergebnis ist vonnöten,
Nur nicht unbedingt ein achtbares,
Nur ein verwertbares,
Im Sinne von vermarktbares,
Ein häufig auch verwerfliches,
Juristisch halbwegs tragbares.
Also letztendlich
Grenzentesten immer weiter
Und wenn wir nicht bald gegensteuern
Wird es unabwendlich.
Sind wir bald acht Milliarden apokalyptische Reiter
Weil es keinen etwas angeht, nimmt jeder es in Kauf.
Eine Spezies stirbt meist aus in einem schleichenden Verlauf
Und wenn keiner bei sich anfängt,
Hört es bald für alle auf.

Die Dinos brauchten noch einen Kometen,
Aber wir zerstören selber uns’ren eigenen Planeten.
Wir vergiften uns’re Welt und verwüsten unser Haus
Und das ganze Universum lacht uns aus.
Wir sind nicht schlauer als die Affen,
Die wir waren,
Wir sind Kleinkinder mit Waffen,
Wir vernichten uns in Scharen.
Es gibt nichts was wir nicht schaffen,
Doch wir produzieren Waren,
Um Augenlider zu straffen,
Nur trotzdem bleiben wir Barbaren.
Außen glänzend,
Innen roh,
Irre lächelnd,
Niemals froh,
Weil ob wir’s wissen oder nicht,
Irgendwann der Ast bricht.
Ob durch Müllberg oder Kernkraftwerk,
Wirtschafts- oder Bombenkrieg,
Am Ende bricht er ab,
Weil die stille Mehrheit weiter schwieg.
Gut nur,
Dass die Erde trotzdem weiterfliegt,
Durch Zeit und Raum
Und irgendwann klettert wieder jemand auf ‘nen Baum.

TomZen2018