Der Schwarm

Immer hinterher
Neuer Trend,
Letzter Hype
Und die aktuelle Terrorwarnung –
Fische haben‘s schwer,
Aber Vögel haben’s auch nicht leicht,
Weil ihr Blick immer nur zum Hinterteil des Vordervogels reicht.
Ein Mensch im Schwarm
Wird stärker als allein
Aber geistig arm,
Im Schwarm kann er niemals er selber sein
Und wenn Menschen zu Masse werden,
Sind sie keine Menschen mehr,
Dann sind sie Mob und Bürgerwehr,
Dann sind sie Schaf- und Büffelherden,
Sardinen und Heuschrecken,
Wespe oder Fledermaus,
Im Schwarm kann man sich gut verstecken –
Jeder sieht wie jeder aus,
Lässt entfesselt sein geheimes Wesen raus
Und wird dabei nicht aufgehalten sondern kriegt Applaus.
Keiner der den Schwarm bändigt.
Wer kann was tun wenn sich geballter Hass verselbstständigt?
Wer stoppt eine Massenflucht?
Wer widersteht dieser ständigen Ereigniswucht?
Wer erliegt nicht manchmal dieser Geltungssucht?
Angst machen,
Hass entfachen,
Stolz und Eitelkeit und Gier,
Schon erwacht im Mensch das Tier.
Und so einfach ist es schon:
Erst ein,
Dann zwei,
Dann drei,
Dann vier,
Dann tausend und dann ‘ne Million
Setzt sich in Bewegung
Ohne zweite Überlegung.
Schwarmintelligenz
Durch Sozialkompetenz
Schwarmdummheit
Durch allgemeine Stumpfheit
Alle auf einen oder alle von der Brücke
Nur irgendwann zerfällt der Schwarm wieder in Stücke
Und zurück bleiben
Einzelne die wieder ziellos treiben –
Bis andere Schwärme sie sich einverleiben.

TomZen2018